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Gedanken zum Monatsspruch für Mai

  • Autorenbild: dierkevers
    dierkevers
  • vor 10 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

„Zu dir rufe ich, HERR; denn Feuer hat das Gras der Steppe gefressen, die Flammen haben alle Bäume auf dem Feld verbrannt. Auch die Tiere auf dem Feld schreien lechzend zu dir; denn die Bäche sind vertrocknet.“ (Joel 1,19-20)

 

Zugegeben: Jetzt, während ich diesen Text verfasse, sehe ich weder Dürre noch verbranntes Land, und ich hoffe auch, dass es möglichst lange so bleibt. Doch auch wenn ich keinen wortwörtlichen Zugang zu diesem Bibelwort habe, so kann ich es dennoch im übertragenden Sinne lesen.

Ähnlich wie der Prophet fühle ich mich regelmäßig, wenn ich in den Nachrichten von Kriegen lese, die nicht nur sprichwörtlich „verbranntes“ Land mit Bomben und Landminen hinterlassen, sondern Menschen ihre Heimat, ihre Lebensgrundlage und Familienmitglieder und Freunde rauben. Ich spüre die gleiche Bedrückung wie Joel, wenn ich von Menschenrechtsverletzungen oder Naturkatastrophen lese. Wie oft reihen sich in den Nachrichten negative Schlagzeilen an negative Schlagzeilen, nur um danach noch mehr negative Schlagzeilen zu melden?

Nehme ich diese Entwicklungen auf einer rein menschlichen, empathischen Ebene wahr, ist die Gefahr groß, dass ich mich bald überwältigt und überfordert fühle. (Und das sage ich aus einer sehr sicheren, privilegierten Position heraus. Wie viel schlimmer muss es den Menschen gehen, die die negativen Schlagzeilen am eigenen Leib erleben müssen?)

Wie leicht ich es mir machen könnte, indem ich wegsehe! Denn würde ich nur mein eigenes Leben betrachten, ganz egoistisch, sähe ich überwiegend positive Dinge, und „die Welt“ wäre in Ordnung. Ich möchte aber unbedingt meinen Horizont erweitern, mich für andere Menschen und Lebensrealitäten interessieren und bestenfalls noch ein ganz klein wenig dazu beitragen, dass es anderen ein Stück besser geht. Das Gebot der Nächstenliebe verbietet mir das Wegsehen, und das möchte ich niemals vergessen!

Wenn ich also über den Tellerrand hinausblicke auf große (negative) Geschehnisse, dann hilft mir der Vers aus Joel ungemein. Seinen Ausruf „Zu dir rufe ich, HERR…“ mache ich mir zu eigen. Denn unser Gott ist immer noch derselbe, und ich kann ihn anrufen, wenn ich mit einer Situation überfordert bin, die auf den ersten Blick wie „verbrannte Erde“ aussieht. Und unser Gott ist immer noch derselbe, der aus dieser Zerstörung neues erwachsen lassen kann. Das gibt mir Kraft, Hoffnung und Zuversicht.


Katharina Peteani

 
 
 

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