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Leitartikel April / Mai 2025

  • Autorenbild: dierkevers
    dierkevers
  • vor 4 Minuten
  • 4 Min. Lesezeit

Jabez war angesehener als seine Brüder. Seine Mutter hatte ihm den Namen Jabez (»Er bereitet Schmerzen«) gegeben, weil seine Geburt sehr schwer gewesen war.

Aber Jabez betete zum Gott Israels und rief: »Bitte segne mich doch und erweitere mein Gebiet! Steh mir bei mit deiner Kraft und bewahre mich vor Unglück! Kein Leid möge mich treffen!« Und Gott erhörte sein Gebet.

(1.  Chronik 4, 9 f.)


Das Gebet des Jabez ist vor einigen Jahren durch die Auslegung von Bruce Wilkinson sehr berühmt geworden. Es ist ein Gebet um Segen. Es ist ein Gebet, das sein Leben verändert.

 

Irgendwie startete sein Leben unter keinem guten Vorzeichen. Wer möchte schon in seinem Namen tragen, dass er Schmerzen und Leid verursacht. Genau das war die Bedeutung seines Namens „Jabez“. Warum hieß er eigentlich nicht „Jaron“ = Freude?

 

Auch Rahel nannte sterbend ihren jüngsten Sohn übrigens „Sohn des Unglücks“ (Benoni), weil seine Geburt sie das Leben kostete. Jakob, sein Vater, benannte sein jüngstes Kind jedoch schnell in „Benjamin“ um = Sohn des Glücks.

 

Der Name, deine Prägung und Herkunft, die Begleitumstände deiner Geburt,  Schräglagen in deiner Familie, angeborene Krankheiten, Behinderungen und Charaktereigenschaften – das alles kann ein Menschenleben extrem beeinflussen und zum Lebensprogramm werden, das sich wie ein Fluch immer weiter fortsetzt.

Die Geschichte von Jabez zeigt, dass Gott eingreift, weil er Schicksale völlig verändern kann und will.

 

Bei Jabez ist bemerkenswert, dass seine Segensgeschichte wie nebenbei mitten in einem Stammbaum erzählt wird. Als ob der Schreiber plötzlich innehält, weil ihm auffällt, dass man über Jabez zwei, drei Worte mehr als nur seinen Namen verlieren muss. Nur selten geschieht es mitten in solchen Namensauflistungen, dass es zu einem Namen einen Kommentar gibt.

 

Ganz offenbar ist sich Jabez dessen bewusst, dass es Schmerz und Unheil in seinem und im Leben seiner Familie gibt und unterstellt sich deshalb ganz bewusst Gott. Jabez flüchtet sich zu ihm und in seine segnenden Arme, weil er weiß, dass alles Gute nur von Gott kommen kann. Jabez‘ Name erinnert an die Schmerzen, unter denen seine Mutter ihn geboren hat. Dieser Name ist bestimmt kein Segenswunsch für das so benannte Kind und das vor ihm liegende Leben. Was über ihn am Tag seiner Geburt ausgesprochen wurde, war wie ein Fluch: Du verursachst Leid.

 

Das Erstaunliche ist: Jabez ist dadurch nicht für immer gezeichnet und vorherbestimmt, sondern es wird bei seiner Vorstellung schon gleich vorweggenommen, dass er angesehener als seine Geschwister war, obwohl er diesen wenig Mut verheißenden Namen bekam.

Und dann folgt die Erklärung, wie aus dem Minus ein Plus wurde: Weil Jabez nicht Opfer seiner Umstände, seiner Prägung, des Wortes, das über ihm ausgesprochen wurde, werden wollte, beginnt er zu beten. Er ruft den Gott Israels an und beginnt unverschämt zu fordern: Was will er? Segen! Und er versteht darunter offenbar ganz im Sinne des Alten Testaments, dass sein Gebiet erweitert würde, dass Gottes Hand mit ihm sei und dass Übel und Schmerz von dieser starken Hand ferngehalten werden.

 

Gott ließ sich an dieser Stelle darauf ein, ließ sich erbitten, indem er kommen ließ, was Jabez erbeten hatte. So lesen wir es im Anschluss an diese beinahe unverschämte Bitte um Segen. Jabez ist ein Beispiel dafür, wie Gott den Spieß umdreht und Segen anstelle des Fluchs setzt, wie er einen Menschen aus seiner Prägung und Vorbestimmung herausreißt.

 

Im Alten Testament manifestierte sich der Segen Gottes häufig sehr konkret in Gesundheit, einer großen Familie, Wohlstand, Erfolg und reichen Ernten. Auch heute noch ist selbstverständlich all das Gute, was uns geschenkt wird, ein Segen Gottes!

 

Aber gleichzeitig müssen wir für unser eigenes Leben verstehen, dass es auch

 

für Christen kein Leben ohne Leid und Schmerz gibt, dass manche Startvoraussetzungen ungerecht erscheinen und dass sich nach einem Segensgebet die Lebensumstände nicht ändern. Hat Jesus dann also nicht die ungute Beeinflussung durch meine Familie, die Erfolglosigkeit meiner Pläne, mein Scheitern, meine Krankheiten, meine Mühe und Last mit ans Kreuz genommen? Doch, das hat er und das ist insgesamt Teil seines umfassenden Erlösungswerks!

 

Gottes Segen bricht sich für mich in Jesus Bahn, indem er mich glauben lässt, dass er es gut mit mir meint und ihm nichts entgleitet, indem er meine Schuld vergibt und die zwangsläufigen Folgen von Sünde eindämmt. Indem er dem Einfluss des Fluchs Einhalt gebietet und mit Segen kompensiert. Indem er mir beisteht, mich mit Hoffnung erfüllt, das negative Vorzeichen meines Lebens im wahrsten Sinne des Wortes durchkreuzt, indem sein Heiliger Geist, den er mir geschenkt hat, mich im Leid tröstet, indem er mich frei macht von dem, was andere über mich denken und sagen.

 

Der Segen Gottes für dich ist keine magische Zauberformel, dass es dir immer gut gehe und all deine Wünsche erfüllt würden, sondern das Geheimnis besteht darin, dass Gott trotz und in allen Situationen mit dir geht, zu dir redet und dich an der Hand hält. DAS bekommst du im Segen zugesagt.

 

Gottes heilende, stärkende und mutmachende Begleitung sei dir in guten wie in schlechten Zeiten sicher! In diesem Sinne: Sei gesegnet!

 

Christine Lauer

 
 
 

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