Menschenhandel
- dierkevers
- vor 6 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Eigentlich muss ich die Frage, was die lukrativste Aktivität organisierter Kriminalität ist, gar nicht mehr stellen, denn die Antwort steht in der Überschrift. Menschenhandel bietet mehr Profit als Drogenschmuggel oder Waffenhandel. Außerdem ist es für die Kriminellen weniger gefährlich. Fast alle Länder versuchen, im Rahmen ihrer manchmal bescheidenen Möglichkeiten, Drogenschmuggel zu verhindern. Auch Waffenschmuggel kann sehr gefährlich sein, weil die Waffenkunden ja in der Regel bewaffnete Gegner haben. Menschenhandel dagegen fällt in Ländern wie unserem oft kaum auf („Sklaverei gibt’s bei uns doch seit 200 Jahren nicht mehr!“), in manchen anderen Ländern ist die Polizei korrupt und gegen gelegentlichen kostenlosen Bordellbesuch bereit, nicht genau hinzuschauen.
Laut UN ist Menschenhandel:
• Rekrutierung, Transport, Empfang von Menschen
• durch Gewalt, Betrug, Lügen, Mobbing, falsche Versprechungen
• für Sexarbeit, Drogenhandel, Zwangsarbeit, häusliche Knechtschaft, illegale
Adoption, Scheinehe, Organentnahme.
Menschenhandel und Sklaverei kann also vieles sein: ein Mädchen, dem ein Job als Putzfrau versprochen wird, das aber zur Prostitution gezwungen wird; eine Frau, die zur Ehe gezwungen wird; ein arbeitsloser junger Mann, der zum Straßenhandel mit Drogen verleitet wird; eine Hausangestellte, der ihre Ausweispapiere weggenommen werden und die das Haus nicht verlassen darf.
Schätzungen der Zahl der Betroffenen schwanken enorm – ich habe Zahlen zwischen 12 und 27 Millionen Menschen gefunden, davon deutlich mehr Frauen und Mädchen als Männer und Jungen. In Europa und Nordamerika dominiert Sex-Sklaverei, in Afrika dominiert Zwangsarbeit, in Asien gibt es beides. Viele der Opfer sterben an den Arbeitsbedingungen (Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft in Afrika, bekommen oft keine Schutzkleidung und werden durch Pflanzenschutzmittel vergiftet. Arbeit in Bordellen in Südasien bedeutet den fast sicheren Tod durch HIV/AIDS), aber selbst wo Sklaven körperlich gesund freikommen, sind sie in der Regel massivst traumatisiert.
Es gibt christliche Organisationen, die sich auf diesem Gebiet engagieren. Sie versuchen auf der einen Seite, Sklaven freizubekommen und danach den Opfern zu helfen, wieder Fuß zu fassen. Andererseits bringen sie denen, die noch in der Situation festsitzen das Evangelium und die Hoffnung, die Jesus gibt. Die Heilsarmee ist sicher die bekannteste dieser Organisationen, aber es gibt zahlreiche andere, auch Gemeinden, die vor Ort für diese Menschen aktiv werden.
Wir können für diese Gruppen beten, aber natürlich auch für die Opfer des Menschenhandels, und nicht zuletzt für die Täter, dass ihnen überhaupt klar wird, wie böse ihr Handeln ist (sie fühlen sich manchmal tatsächlich eher als Wohltäter, die armen Mädchen Jobs vermitteln) und dass sie sich ändern.
Dierk Evers
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